Berliner Gemeinde unterstützt Podo-Projekt

Berliner Gemeinde unterstützt Podo-Projekt

Anfang 2012 startete ein Podo-Zentrum für Betroffene in der Region Chanka. Dieses wird nicht vom Podo e.V., sondern vom „Chanka-Kreis“ aus einer Gemeinde in Berlin getragen.

Anne Sommerfeld berichtet: 

Da wir als Kirchengemeinde Berlin Schmöckwitz/Müggelheim auch einen Spendenbetrag für die Podo-Arbeit in Äthiopien geleistet haben, war ich als Fußpflegerin besonders interessiert, die allgemeine Arbeit und die Ergebnisse zu verfolgen.

1) Hausbesuche

Am Freitag, den 08.02.13, gingen wir mit Schwester Bogalech und Tsegaye Hausbesuche „abarbeiten“.  Dies ist ein sehr hartes Arbeitspensum, weil alle Teilnehmer zuhause persönlich besucht werden, die Wege weit sind, es heiß ist, eine vorgedruckte englische Liste wahrheitsgetreu ausgefüllt werden muss und jede einzelne Person braucht Aufmerksamkeit, Zuwendung, Beachtung und in einzelnen Fällen auch mal eine energische Nachfrage.

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Schwester Bogalech bei der Schuhverteilung

Wir kamen in Häuser, die sehr ordentlich sind, wie bei der Hotelbesitzerin. Sie holte sofort auf Verlangen ihre extra Fuß- schüssel mit der spezifischen Seife und einem Art Reibelappen aus zerschnittenem Plastiksack. Sie zeigte ihre Schuhe und man kann sich ihre Disziplin vor- stellen – der Erfolg der Heilung gibt ihr Recht. Es wurde nach- gefragt, wem sie alles von ihrer Krankheit und dem Heilungs- erfolg erzählt hat.

Auch in armen Lehmhütten trafen wir auf Betroffene und einen ordentlichen Umgang mit den Verordnungen, jedoch gibt immer noch Aussagen, wie die Krankheit sei „angehext“. In wenigen Fällen fehlt es an Ernsthaftigkeit, dann bleibt der Erfolg aus und die Füße sind groß wie Schuhkartons und die Entzündungen sind schmerzhaft. Es liegt in der Hand der Betroffenen selbst.

äthiopien 344Das Podo-Team erwähnt dann immer wieder das Erfolgsrezept – ganz einfach: Seife, Salz, Schuhe, Socken, Salbe, konti- nuierlich, am Anfang 2 Waschungen am Tag – und das bei dem sparsamen Um- gang mit Wasser! Viel Überzeugungsar- beit musste erst geleistet werden, aber der Erfolg ist groß. Endlich mal ein Projekt, dass in einem überschaubaren Zeitraum von einem Jahr einen super tollen Erfolg aufweist, von einer üblen Krankheit befreit zu sein bzw. diese Krankheit zu lindern und das bei erwachsenen Menschen, die oftmals schon eingefahren und sehr skeptisch sind. Jeder kann wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, keiner wird mehr ausgegrenzt.

2) Abschlussfest

In Tschallia erhielten wir mehrere Säcke neuer Spezialschuhe für die Verteilung in Chanka; solche Transportdienste übernehmen selbst Leute aus anderen Projekten gern in diesem weiten Land.

Auf dem Kirchengelände gab es eine zentrale Begutachtung der Füße und Ausgabe von neuen Schuhen, Socken und Seife. Eine akribisch geführte Auflistung in einem von Schwester Bogalech geführten, dicken A4 Buch gibt Auskunft über: Alter, Wohnanschrift, Diagnose und Kankheitsverlauf, Teilnahme an den Treffen, unter Umständen Bezahlung von Schuhen und Socken. Von den Betroffenen selbst oft mit Daumenabdruck unterschrieben. Beim Listenschreiben, der Verteilung und Patientenbetreuung durften wir mitarbeiten.

Ganz menschlich und wohl vertraut signalisierte eine Frau durch ihren Gesichtsausdruck: „Nein, die Schuhe will ich nicht, ich will kleinere und viel schickere!“

Dann wurde es offizieller und die Danksagung im Gottesdienst war sehr emotional! Der Stellenwert in der evangelischen Gemeinde, die Verantwortung und Anteilnahme ist hier sehr stark zu spüren. Die Feierlichkeit und das Fest waren sehr groß. Gemeinsames Essen bestätigt noch mal den Zusammenhalt. Der große Heilungserfolg auf Grund der Hilfe unter der Schirmherrschaft der evangelischen Gemeinde sowie die engagierte Arbeit von Schwester Bogalesh und Tsegaye.

Alle Spendengelder und Gebete waren hier von Erfolg.

Noch mehr Infos finden Sie hier: http://www.help-ethiopia.org/aktuelles.php