Eine neue kleine Seifensiederei in Burre, Westäthiopien

Ganz neu ist die Seifensiederei in Burre nicht, aber nun sind die Frauen wieder im Geschäft. In allen Landkreisen von Oromia wurden in den letzten Jahren Frauen in der Seifenproduktion ausgebildet. In Burre lief es sehr gut, die Seife wurde auf dem Markt verkauft und fand große Abnahme. Soweit alles gut.

Doch wie in fast allen Landkreisen stockte es dann mit dem Nachschub an Natronlauge durch die Regierung. Natronlauge wird nur in der Hauptstadt auf dem großen Merkato verkauft, meistens jedenfalls, soll heißen, immer wenn es sie gerade gibt. Die Hauptstadt ist 670 km entfernt von Burre, also nicht um die Ecke. Vermutlich ist keine der Seifensiederinnen bisher über die nächste Stadt Mettu, hinausgekommen. Und wie soll eine Frau auf dem Lande sich auf dem großen Merkato zurechtfinden, wo jede schon von Betrügern und Dieben auf dem Merkato gehört hat? So endete die Seifenproduktion in Burre … in fast allen Landkreisen.

Nun kommt der Podo e.V. ins Spiel. Voraussetzung unserer Arbeit in Burre war von Anfang an: Nicht ohne staatliche Zusammenarbeit! Dinkinesh brachte anfangs noch die von ihr gekochte Seife aus Mettu mit, bis jemand aus dem Landkreis sich erinnerte: Wir haben doch selbst Frauen, die das können. Es gab ein Treffen mit ihnen und die Abmachung, dass sie sich um Ort und Anschaffungen selbst kümmern. Podo e.V. macht eine Einführung im Herstellen von Podo-Seife, Anschubfinanzierung und das Versprechen sie immer mit Natronlauge zu beliefern.

Auf dem Foto sind die Frauen zu sehen. Sie verkaufen ihre Seife bei unseren Podogruppen im Dorf.