Podo-Zentrum Chanka

Beginn des Podo-Projekts: 2013

Anzahl der Selbsthilfegruppenmitglieder: 2511 Mitglieder

Ziele für 2017: Evaluation; Deutschlandbesuch des Koordinators Obbo Etana

 


AKTUELLES AUS UNSEREM BLOG:


1. Situation in Chanka

Chanka ist eine äthiopische Kleinstadt 570 km westlich der Hauptstadt Addis Ababa. Von Podokoniose sind viele Erwachsene betroffen, genauer gesagt hat eine/r von 20 Podokoniose – 2/3 sind Frauen. Die Folgen sind Schmerzen, Schlaflosigkeit, wiederkehrende Entzündungen mit Bettlägerigkeit (= Arbeitsunfähigkeit) und die schmerzhafte Erfahrung von der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden.

2. Die ersten zwei Projektjahre

P1010452 Podo Selfhelp team in Chanka - Kopie

2013 haben sich 210 Menschen in der Kleinstadt in Podo- Selbsthilfegruppen organisiert und gelernt, was zu tun ist, um von dieser Krankheit langsam zu genesen. Der Behandlungs- erfolg sprach sich schnell herum. 2014 konnten sieben weitere Podo-Selbsthilfe- gruppen in umliegenden Dörfern gegründet werden.

Das Podo-Team in Chanka (Foto links, von rechts nach links): Tsehaye kocht medizinische Seife und Öle; Hebtamu, Krankenpfleger übernahm die medizinische Beratung; Christel macht die Logistik und Administration; Etana besucht die Gruppen monatlich.

P1010439 Etana Podo Selfhelp Chanka - KopieObbo Etana (Foto rechts) ist Kirchenverwalter von 15 Gemeinden und möchte in allen eine Podo Selbsthilfegruppe haben. Er gründete und besuchte alle neun Gruppen monatlich und unterstützt einen Kollegen im Nachbarlandkreis.

3. Ziele für 2015

Podo e.V. möchte gemeinsam mit der West Wollega Bethel Synode der Äthiopischen Kirche Mekane Yesus 1000 Menschen mit Podokoniose erreichen. Dafür werden 15,000 Euro benötigt, denn eine Behandlung kostet umgerechnet 15 Euro. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppen übernehmen selbst ca. 6 Euro der Kosten.

4. 2015 und 2016 – Das wurde erreicht:

Mittlerweile bekommt Obbo Etana Einladungen aus anderen Landkreisen. Die Effektivität der Behandlung in den Podo-Selbsthilfegruppen spricht sich herum. Seit 2015 wurden 1.661 Menschen (1.102 Frauen, 66%) in 12 Selbsthilfegruppen/5 Landkreisen behandelt. Die Gruppen befinden sich an Orten, die zumeist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Nur zu einer Gruppe mussten Etana und Wagari, ein Sonderschulpädagoge, 3-4 Stunden laufen.

SchuhverteilungDieser Projektmitarbeiter Wagari hat in 10 Schulen 6.420 Schüler und Schülerinnen über Podo, die Ursachen und Folgen, sowie die Prävention (Fußhygiene) aufgeklärt. Auf diesem Weg gelangen Informationen auch zu der ‚fußgesunden‘ Bevölkerung.

Leider kommen viele Menschen nicht regelmäßig zu allen monatlichen Treffen, weil sie glauben, dass sie nach dem Besuch geheilt sind, wie das bei anderen Krankheiten der Fall ist. Die schnelle Besserung scheint diese Annahme zu bestätigen. Das ist jedoch ein Trugschluss: Chronische Krankheiten erfordern Disziplin und Dranbleiben.

Im Oktober 2016 wurde eine Studie durchgeführt. Das Ergebnis wird zeigen, wieviele Menschen Podo haben und wieviele bisher an Selbsthilfegruppen teilgenommen haben. Außerdem wird Wissen und Selbstbehandlung erfragt. Am Schluss erhalten die Betroffenen ein Stück Podo-Seife. Danach werden die nächsten Schritte im Kampf gegen Podo entschieden.

2016 ist ein Jahr, in dem die Kaffee-Ernte schlecht war. Außerdem gab es Unruhen im Land, was die Wirtschaft verunsicherte. Da Podo fast ausschließlich arme Menschen betrifft, war für viele der Selbstkostenpreis eines Schuhpaares (1/3 des Marktwertes) zu hoch. Nur 35% der Behandelten kauften sich ein Paar Lederschuhe. Daher wurde der Eigenanteil reduziert.

2 Reaktionen

  1. Gerlind Krause
    Gerlind Krause · Juni 12, 2016 at 17:19:55 · →

    Eine lohnendes, klar durchdachtes Konzept zu einem Krankheitsbild, das einem in Äthiopien direkt auf der Straße begegnet, das bei mir in meinen Arbeitsjahren in Äthiopien (äthiop. Schule und deutschsprachige Gemeinde in Addis) immer hilfloses Mitleid ausgelöst hat. Ich bin froh über PODO und das Engagement des Vorstands und der Mitglieder und wünsche Euch Gottes Segen, immer weiter eine gute Motivation und Heilungsgeschichten, die anderen Kranken Mut machen. Gut, dass Ihr Euch gegründet habt, danke, dass Ihr helft!
    Gerlind Krause, Edermünde bei Kassel

Hinterlasse ein Kommentar