Projektmanagerin Christel Ahrens

Die ProjektKoordinatorin Christel Ahrens stellt sich vor:

Zum Verständnis der Podo Arbeit

Füße waschen – wem kommt da nicht Jesus in den Sinn, der vor dem Abendmahl seinen Jüngern die Füße gewaschen hat? Dann auch noch die explizite Aufforderung, es ihm nachzutun. Bei Podo gehört Fußhygiene zur Therapie. Unser Engagement ist auch eine Aktualisierung von Jesu Auftrag. So wird es in Äthiopien von den Mitarbeitenden und den Betroffenen verstanden.

Mein Werdegang in Äthiopien

Ich, Christel Ahrens, bin seit 1988 im äthiopischen Gesundheitssystem „unterwegs“.  Meine Laufbahn begann als Krankenschwester und Hebamme im Westen des Landes an einer Klinik der Evangelischen Kirche Äthiopiens Mekane Yesus (EECMY). Die Klinik umfaßte eine Ambulanz, 20 stationäre Betten und ca. 250 Entbindungen/Jahr. Meine nächste Station war die Koordination von 15 Kliniken. Nach einem Master-Studium in London am International Institute of Child Health arbeitete ich für die  GTZ im Norden des Landes sowie westlich der Hauptstadt. Daran schloss sich ein Einsatz mit einer Norwegischen Mission an einem staatlichen Krankenhaus im Osten an und nochmals ein Einsatz im Westen.

Auf neuen Wegen

Seit 2009 bin ich für und mit Menschen tätig, die von Podokoniose (kurz Podo) betroffen sind. Podo ist eine Vernachlässigte Tropenkrankheit von der >1 Mio Äthiopier betroffen sind.  Sie leben meist auf dem Land, sind einkommensarm und  zu 2/3 Frauen. Dies entspricht genau der Zielgruppe, die ich immer erreichen wollte.

Es ist spannend an der Erforschung einer Krankheit mitzuwirken. In zwei Studien konnten wir ihre Prävalenz im Westen Äthiopiens ermitteln sowie erstmals in der Literatur auf das Ausmaß akuter Lymphbahnentzündungen bei Podo aufmerksam machen. Parallel zur wissenschaftlichen Arbeit organisierte ich im Rahmend der Mekane Jesus Kirche gemeindenahe Podo Selbsthilfegruppen.

Gesundheitsversorgung –  Anders als üblich

  1. Wer fußkrank ist, kann nicht weit laufen. Die Gruppen werden in den Dörfern durchgeführt, d.h. wir Mitarbeitende legen oft weite Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zurück.
  2. Die Betroffenen werden einbezogen. Wenn sie gesund werden wollen, müssen sie selbst etwas dafür tun. Wir sagen und zeigen ihnen, was nötig ist. Wir haben uns damit vom klinischen Versorgungsprinzip verabschiedet. Weiße Kittel und Handschuhe gibt es nicht.
  3. Die Betroffenen sind oft arm. Trotzdem müssen sie sich zu 50% an den Kosten der Materialien beteiligen. Damit werden Abhängigkeiten vermieden und die Menschen können stolz sein und sagen: Ich habe es selbst geschafft.
  4. Was wir brauchen wird lokal hergestellt, z.B. medizinische Seifen und Öle, auch Schuhe. Dadurch sind lokal Einkommensmöglichkeiten entstanden. Außerdem wurden Transportkosten reduziert.

Christel Ahrens und die Podo-Mitarbeiterin Dinkinesh Degefa

Mein Stein und die vielen anderen Steine im Mosaik der Podoarbeit

Ich kümmere mich im Auftrag von Podo e.V. vor allem um Logistik, Besuche und Tagungen, Anträge und Berichte. Meine Landeserfahungen und persönlichen Kontakte kommen der Arbeit zugute.

Die Umsetzung vor Ort umfasst Podo-Selbsthilfegruppen durchzuführen,  zu unterrichten und Menschen zu befragen – das liegt in der Händen von zehn ÄthiopierInnen verschiedenster Fachrichtungen, von der Putzfrau bis zum Sonderschulpädagogen. Zehn weitere MitarbeiterInnen arbeiten in der  der Seifen-, Öl- und Schuhproduktion.

Ergebnisse

Von 2009-2016 konnten wir ca 12.000 Menschen durch Selbsthilfegruppen erreichen. Es wurden 50,000 Schüler über Podo informiert. Seit zwei  Jahren führen wir Befragungen durch. Die Ergebnisse von 1000 Interviews zeigen: Die meisten Behandelten haben jetzt gesunde Füße und stehen auch wirtschaftlich wieder auf gesunden Füßen.