Von der Dunkelheit zum Licht

Von der Dunkelheit zum Licht

Neues vom Podo-Zentrum in Tschallia.

Von Christel Ahrens.

Lange wurde nichts über das erste Podo-Zentrum in Tschallia berichtet. Für 15 Monate (Juni ‘14- Sept ’15) gab es eine Projektpause. Warum das? Nach fünf Jahren Aktivitäten war viel erreicht worden und es sollte keine Abhängigkeit entstehen.

Von September 2015 – Dezember 2016 gibt es wieder finanzielle Unterstützung durch das DIFÄM. Für diesen Zeitraum war keine weitere Expansion geplant, vielmehr ist das Ziel herauszufinden, ob die Intervention nachhaltig war.

Schwester Bogaletch, die Podo-Koordinatorin in Tschallia, reiste durch den Landkreis und traf über 400 Menschen in 21 Dörfern, die an Podo-Selbsthilfegruppen teilgenommen hatten. Sie protokollierte die Treffen, in denen sie fragte, was die TeilnehmerInnen über Podo wissen (Ursachen, Behandlung, Gerüchte usw). Die Antworten zeigten, dass die Wissensvermittlung nachhaltig war.

Auf die Frage zum Leben vor und nach der Podo-Selbsthilfegruppe gab es viele Beiträge: Sie könnten wieder arbeiten, Geld verdienen und lange Strecken zu Fuß zurücklegen; sie hätten weniger oder gar keine Schmerzen mehr; die Schuhgröße sei kleiner geworden. Sie dankten Gott für dieses Programm und glauben, dass er da seine Finger im Spiel hat. Hier einige z.T. bewegende Worte im Originalton:

Sr. Bogalech Terfasa, Koordinatorin im Podo-Zentrum Tschallia

Es ist ein wunderbares Leben.
Von der Dunkelheit zum Licht.
Glückliches neues Leben.
Eine vollständige Veränderung.
Einige, die vorher auf allen Vieren sich fortbewegten,
können jetzt auf ihren Füßen gehen!
Die Krankheit hat sich abgekühlt.
Wir segnen die, die für Podo arbeiten.

In einer zweiten Studie wurden Menschen zuhause befragt. Es gab 354 Interviews mit direkt Betroffenen in 5 Dörfern. Hier kamen Defizite der Arbeit ans Licht, z.B. wurden viel weniger Menschen durch Podo-Selbsthilfegruppen erreicht, als wir dachten. Wie kann das sein? Mehr als die Hälfte sagten, sie hätten nichts von Podo gehört. Andere verleugnen ihre Krankheit, wieder andere schämen sich für ihre Armut, manche sind sehr alt. Viel weniger Männer als Frauen wurden erreicht. Dieses traurige Ergebnis ließ uns über neue Strategien nachdenken, die zurzeit ausgetestet werden.

Der Vergleich von Menschen, die zur Podo-Selbsthilfegruppe kamen, und denen, die nicht daran teilnahmen, war aufschlussreich. Besonders auffallend war der Unterschied in der Beurteilung der eigenen Füße: 68% der ehemaligen Selbsthilfegruppen-Mitglieder sagten, es ginge ihren Füßen jetzt besser als vor 5 Jahren. Aus der Gruppe derer, die nie eine Podo-Selbsthilfegruppe besucht hatten, waren es nur 8%, die das von ihren Füßen sagen konnten. Dabei spielte der Gebrauch von Seife eine signifikante Rolle.

Die Ergebnisse des neuen Hausbesuchsprogramms werden darüber entscheiden, ob und wie die Arbeit in Zukunft weitergeht. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Land konnte das geplante Podo-Schulprogram leider nicht durchgeführt werden.