Wagari Beka stellt sich vor

Wagari Beka stellt sich vor

Ich bin 27 Jahre alt und habe einen Abschluss in Psychologie. Zu Beginn des Studiums hieß es, in Äthiopien werden 45.000 Psychologen gebraucht, insbesondere für den Bereich der Sonderschulpädagogik. Als ich drei Jahre später mein Studium beendet hatte, gab es nicht genug Arbeitsstellen. So musste ich arbeitslos zurück nach Dembidollo in mein Elternhaus gehen. Nach einem Jahr bekam ich eine Stelle in einem Kindergarten als Buchhalter, Hilfslehrer und Computerfachmann und verdiente 25 € / Monat. Davon kann man nicht leben.

Nach zwei Jahren hörte ich von der Podo-Arbeit und arbeitete auf Teilzeitbasis. Mein Einsatzgebiet war anfangs das Chankaprojekt, 90 km entfernt von meiner Heimatstadt. Dort besuchte ich monatlich mit Obbo Etana die Podo Selbsthilfegruppen. Im darauffolgenden Jahr unterrichtete ich an vielen Schulen über Prävention von Podo. Im letzten Jahr war ich in Forschungsaufgaben involviert. Ich ging mit Fragebögen von Haus zu Haus, um Wissen und Selbstbehandlung abzufragen und den Status der Füße zu untersuchen. Die Daten habe ich in den Computer eingegeben. Die Ergebnisse helfen der Evaluation der Stärken und Schwächen der Podo-Arbeit.

Weil ich in verschiedenen Landkreisen eingesetzt werde und wir jährlich eine Reise zu anderen Podo-Projekten in Äthiopien unternehmen, habe ich mein Land durch die Arbeit kennengelernt. Besonders herausfordernd war es, wenn ich in entlegenen Gebieten draußen und ohne Decken übernachten mußte. Das kam bisher drei Mal vor.

Ich beginne nun ein Fernstudium im Bereich Management, womit ich mich weiterqualifiziere. Podo e.V. zahlt dieses Studium.