Workinesh, was bewegt Dich zur Mitarbeit im Podo-Projekt?

Workinesh, was bewegt Dich zur Mitarbeit im Podo-Projekt?

Ein Interview mit der äthiopischen Podo-Mitarbeiterin Workinesh.

Von Jule Nieter.

Workinesh Regassa ist eine Mitarbeiterin des Podo-Projekts. Ich treffe sie auf einer Podo-Tour nach Ijaji, wohin ich die überregionale Projektmanagerin Christel Ahrens begleite, die an einer Abschlussveranstaltung des dortigen Projekts und der damit verbundenen Schuhverteilung teilnehmen möchte. Workinesh fällt mir sofort auf, da sie anders gekleidet ist als die meisten Frauen hier. Sie bewegt sich auch ganz anders in ihrer Umgebung, als ich es von anderen Äthiopierinnen kenne. Sie wirkt selbstbewusst und ist redegewandt. Auf dem Rückweg in einem kleinen Restaurant habe ich einige Fragen an sie:

Interviewerin: Workinesh, wie bist du auf Podo gekommen und was hat dich bewegt dort mitzuarbeiten?
Workinesh: Über eine Bekannte von mir, die Podo hatte, bin ich auf das Projekt gestoßen. Es hat mir total gut gefallen. Schon lange habe ich nach einer Tätigkeit gesucht, wo man Menschen hier wirklich helfen kann und ich finde die Arbeit total toll. Selbst wenn ich dafür kein Geld bekommen würde, würde ich die Arbeit trotzdem gerne machen.

Interviewerin: Was gefällt dir besonders gut an der Arbeit mit Podo?
Workinesh: Ich finde toll, dass man den Menschen wirklich helfen kann und sie auch oft sehr dankbar sind.

Interviewerin: Und was findest du verbesserungswürdig?
Workinesh: Da fällt mir wirklich nichts ein..

Interviewerin: Ich habe gehört, dass du vorher lange im Ausland gewohnt hast, erzähl mir doch davon!
Workinesh: Ich habe 12 Jahre im Yemen gelebt und als Haushälterin in zwei unterschiedlichen Familien gearbeitet, dann war ich noch zwei Jahre in Israel, weil mein Bruder dort lebt. Diese Zeit hat mich natürlich geprägt, aber ich habe oft an mein Heimatland gedacht…

Interviewerin: …und dann bist du schließlich zurückgekehrt, warum?
Workinesh: Ich habe im Ausland gearbeitet, um Geld zu verdienen, hatte aber nie die Absicht für immer weg zu bleiben. Ich bin froh wieder in Äthiopien zu leben und mag die Arbeit bei Podo wirklich sehr gerne.

Interviewerin: Wie schön, dafür wünsche ich dir weiterhin alles Gute!